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Läusearten - Es juckt und krabbelt

Diese Läuse können bei Menschen vorkommen

Die Kopflaus begleitet die Menschheit schon seit ihrer Entstehung. Sie ist aber nicht die einzige Läuse-Art, die sich von menschlichem Blut ernährt. Neben Kopfläusen fühlen sich auch Filzläuse und Kleiderläuse in unserer Gesellschaft pudelwohl. In allen Fällen dient der Mensch dem Parasiten als Wirt. Wie sich diese Läusearten voneinander unterscheiden und wie man sie wieder loswird, das haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Kopfläuse

Kopfläuse (Pediculus humanus capitis) sind weltweit verbreitet und besiedeln unsere Köpfe schon seit Anbeginn der Menschheit.

Im Laufe der Zeit haben sie sich sogar farblich an ihren Wirt angepasst – in nördlichen Breitengraden sind Kopfläuse heller als in den südlichen. Kopfläuse findet man besonders häufig bei Kindern und überall dort, wo viele Menschen auf relativ engem Raum zusammenleben. Sie ernähren sich von Blut, welches sie nach einem kleinen Einstich aus der Kopfhaut saugen.

Die Kopflaus ist auf das Leben auf dem menschlichen Kopf sehr gut angepasst. Sie bewegt sich auf sechs Beinen mit hakenförmigen Krallen sicher auf dem Haar und klettert schnell auf den nächsten Kopf, wenn sich die Gelegenheit bietet. Ihre Eier klebt sie am Haarschaft fest, sodass sie nicht herausfallen können und sich die Läuseschar weiter auf dem Kopf vermehren kann, sofern der Befall nicht behandelt wird.

Ohne Nahrungsquelle können Kopfläuse nicht lange überleben. Vereinzelte Läuse auf Kopfkissen oder Sofa sind bereits nach einigen Stunden zu geschwächt, um sich einen neuen Wirt zu suchen und sterben im weiteren Verlauf ab. Hier können Sie nachlesen, woher die Läuse eigentlich kommen.

Kleiderläuse oder Körperläuse

Kleiderläuse bzw. Körperläuse (Pediculus humanus corporis)und Kopfläuse sehen sich sehr ähnlich. Es wird angenommen, dass sich die Art der Kleiderläuse aus der Kopflaus entwickelte, als die Menschen anfingen, Kleidung zu tragen. Wie der Name vermuten lässt, fühlen sie sich besonders in Kleidung sehr wohl. Dort legen Sie auch ihre Eier (Nissen) ab, vorzugsweise in den Nähten. Auch Kleiderläuse ernähren sich von menschlichem Blut – allerdings befallen sie Körperstellen, die von Kleidung bedeckt sind. Die Bisse jucken und können sich durch scheuernde Kleidung oder Kratzen entzünden. Damit sind die Symptome ähnlich wie bei einem Kopflausbefall, wobei Kleiderläuse in Deutschland deutlich seltener vorkommen.

Kleiderläuse werden durch gemeinsam genutzte Kleidungsstücke, seltener auch durch Bettwäsche und Handtücher übertragen. Um sie loszuwerden, sollten alle Kleidungsstücke gelüftet und anschließend gewaschen werden. Kleiderläuse können besonders in tropischen Regionen auch Krankheiten übertragen, weshalb in diesem Fall ein Kleiderlausbefall zusätzlich mit Medikamenten behandelt werden muss.

Filzläuse oder Schamläuse

Filzläuse (Pthirus pubis) haben sich ebenfalls auf den Menschen spezialisiert – und zwar auf die Körperbehaarung (sie befallen nicht das Kopfhaar). Filzläuse findet man insbesondere in der Schambehaarung, selten aber auch in den Achseln, Augenbrauen, Barthaaren und Wimpern. Sie werden deshalb auch Schamläuse genannt.

Die Filzlaus ist kleiner und breiter als die Kopf- und Kleiderlaus. Sie hat ebenfalls sechs Beine und kleine Klauen an den Enden, mit denen sie sich in der Körperbehaarung des Menschen fortbewegen kann. Ihre Eier befestigt sie mit einer wasserunlöslichen Substanz am Haarschaft – wie die Kopflaus.

Die Ansteckungswege für einen Filzlausbefall sind Körperkontakt, zum Beispiel beim Sex oder gemeinsam genutzte Bettwäsche und Handtücher. Ein Filzlausbefall juckt und ist Grund für einen sofortigen Arztbesuch. In der Praxis kann durch einen geschulten Blick schnell festgestellt werden, ob es sich um Filzläuse handelt. Die Behandlung von Filzläusen sieht spezielle Shampoos oder Cremes vor, die die Läuse abtöten. Eine Rasur kann dabei helfen, das Problem schneller loszuwerden, das Auskämmen der Nissen kann man sich dann einfach sparen. Wenn die Haare nicht abrasiert werden sollen, ist auch hier der Einsatz eines Nissenkamms notwendig, um alle Läuseeier zu entfernen.

Mit Bettwäsche, Handtüchern und Unterwäsche geht man so vor wie auch bei einem Befall mit anderen Läusearten: auslüften und waschen.

Können auf Menschen spezialisierte Läuse auch Haustiere befallen?

Nein. Kopf-, Filz- und Kleiderläuse brauchen den Menschen als Wirt, um zu überleben. An dem Mythos, dass etwa Hunde Läuse auf den Menschen übertragen können, ist also nichts dran. Stattdessen haben unsere Haustiere ihre „eigenen“ Parasiten: Bei Katzen kommen zum Beispiel Katzenläuse vor, bei Hunden häufig Flöhe.

Welchen Läusebefall muss man melden?

Ein Kleider- bzw. Kopflausbefall muss an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Die Meldepflicht bei Schul- und Kindergartenkindern übernimmt in der Regel die Betreuungseinrichtung.